Geprägt von persönlichen Schicksalsschlägen und unternehmerischen Herausforderungen, steht das Unternehmen heute für Beständigkeit, Zusammenhalt und eine außergewöhnliche Familiengeschichte hinter dem Erfolg.
Story 7: Mit viel Durchhaltevermögen, harter Arbeit und Herzblut entstand aus kleinen Anfängen ARENZ Mineralölhandel & Transporte.
Ein Tag, zwei große Schritte: Schulstart und Selbstständigkeit
Der 21. August 1995, ein Montag, war für meine Eltern und mich ein ganz besonderer Tag. Ich war sieben Jahre alt und wurde an diesem Tag in der Grundschule Metternich-Oberdorf eingeschult. Eigentlich hätte dieser Schritt schon ein Jahr früher erfolgen sollen, doch ein schwerer Unfall verschob meine Einschulung um zwölf Monate – ein Jahr, das vieles veränderte.
In meinem „Blumen-Flatterkleid“, wie ich es nannte, mit meinem pinken Scout-Ranzen auf dem Rücken und der selbstgebastelten Schultüte von Mama im Arm, ging ich gemeinsam mit meinen Eltern zur Einschulung. Es war der Beginn eines neuen Lebensabschnitts – nicht nur für mich, sondern auch für meine Eltern. Denn während ich meine ersten Schritte in der Schule machte, starteten sie in die Selbstständigkeit. Ob sie wohl genauso aufgeregt waren wie ich? Genauso ahnungslos, was uns alle erwarten würde?
Nach der Feier im Garten mit unserer Familie fuhr Papa seinen ersten Kunden – damals noch für die Firma Flöricke aus Koblenz. Am Nachmittag kam er zurück, parkte den LKW schräg gegenüber unserem Haus auf der anderen Straßenseite. Ich sehe es heute noch ganz genau vor mir, ohne damals zu begreifen, welche Bedeutung dieser Moment für unser aller Leben haben würde.
Heute – 30 Jahre später – weiß ich, was an diesem Tag begonnen hat.
Ich erinnere mich an viele prägende Erlebnisse. An die Zeit, als ich 18 war, in der Oberstufe – unmotiviert, schulmüde. Mama war gesundheitlich angeschlagen. Als sie mich bat, zum Arzt zu gehen, bestand ich darauf, dass sie mitkam. Es war Schicksal. An diesem Tag hatte sie einen Herzinfarkt. Ich erinnere mich an das lähmende Gefühl der Ohnmacht. Papa und ich versuchten, den Alltag zu bewältigen. Da seine Kochkünste überschaubar sind, gingen wir in unsere Lieblingspizzeria „La Tombola“ zu Dodi. Mein Salat mit Putenstreifen stand vor mir, aber ich konnte keinen Bissen essen. Und doch – nach nicht einmal einer Woche saß Mama wieder im Büro. Unsere Kämpferin. Als wäre nie etwas gewesen.
Nicht einmal drei Jahre später die nächste Prüfung: Krebs. Ein tiefer Schlag, der uns als Familie noch enger zusammenrücken ließ. Vieles aus dieser Zeit liegt im Nebel, aber den Anruf von Papa, als die Operation überstanden war, werde ich nie vergessen. Er hat geweint. Und wieder: Nach kurzer Zeit saß Mama im Büro – und hat einfach weitergemacht.
Wenn die Küche zum Konferenzraum wird – Alltag im Familienbetrieb
Ich erinnere mich an viele Gespräche am Küchentisch – in schwierigen Zeiten, in denen meine Eltern nie aufgegeben haben. An Urlaube, die möglich wurden, wenn es das Geschäft erlaubte. An den jährlichen Ausflug zu Esprit in Köln, bei dem ich mir etwas aussuchen durfte. An Mamas täglichen Spagat zwischen Büro, Haushalt und mir. An Papa, den ich nur am Nachmittag oder Abend gesehen habe. Trotz all der Arbeit war ihre Liebe für mich immer spürbar.
Dreißig Jahre voller Höhen und Tiefen – privat wie geschäftlich. Aber immer mit dem unerschütterlichen Willen, weiterzumachen, Lösungen zu finden, zusammenzuhalten.
Und heute feiern wir das Jubiläum von ARENZ Mineralölhandel & Transporte – ein Unternehmen, das mit viel Herz, Mut und harter Arbeit gewachsen ist.



